Service

Fakten

Seit 2006 müssen Patienten für Originalpräparate grundsätzlich tiefer in die Tasche greifen. Nach einer Anpassungsfrist für die entsprechenden Programme der Krankenversicherer gilt diese Regelung seit 1. April 2006. Bis zu diesem Zeitpunkt bezogene Medikamente wurden noch nach dem alten Modus abgerechnet. Nachahmermedikamente werden in den kommenden Jahren verstärkt gefragt sein, da die aktuelle Politik des Bundesrates einen starken Anstieg von Generika begünstigt. Voraussetzung ist jedoch, dass für ein teures Originalpräparat tatsächlich auch ein Generikum existiert und dieses mindestens 20% günstiger ist.

Einmal mehr zeigt sich dadurch, dass Lenkungsmassnahmen am schnellsten Wirkung zeigen, wenn sie auf das Portemonnaie des Patienten zielen. Sofern ein gleichwertiges Generikum verfügbar ist, beträgt der Selbstbehalt für das Original neu 20% statt 10%. Damit will der Bundesrat Patienten, Apotheker und Ärzte dazu verleiten, vermehrt auf Nachahmerprodukte zurückzugreifen. Kopien von Medikamenten mit abgelaufenem Patentschutz sind bei gleicher Wirkung bis zu 50% günstiger als ihre Vorbilder.

Für die Patienten bedeutet diese Neuregelung, dass sie in ihrem eigenen Interesse ein Auge darauf haben sollten, welche Pillen ihnen ihr Arzt verordnet, da sich diese Verordnung auch in der Selbstbehaltrechnung niederschlägt! Bei Originalpräparaten, die nicht durch Generika konkurrenziert werden, bleibt der Selbstbehalt unverändert bei 10%. Das Gleiche gilt, wenn der Preisunterschied weniger als 20% beträgt oder ein medizinischer Grund gegen die Verschreibung eines Generikapräparats spricht.

Der jährliche Höchstbetrag des Selbstbehalts beträgt weiterhin 700 Franken für Erwachsene und 350 Franken für Kinder. Ist ein höherer Selbstbehalt als 10% zu entrichten, so wird der die 10% übersteigende Betrag nur zur Hälfte an diesen Höchstbetrag angerechnet. Dies aber nur, wenn das Original mindestens ein Fünftel teurer ist als das Nachahmerprodukt. Beispiel: Beträgt auf einem Originalpräparat zum Preis von 100 Franken der Selbstbehalt 20 Franken, so rechnet der Krankenversicherer davon nur 15 Franken an den jährlichen Höchstbetrag an. Diese komplexen Vorschriften sowie die Tatsache, dass die massgebende Liste monatlich durch das Bundesamt für Gesundheit den aktuellen Gegebenheiten angepasst wird, führt in der Praxis vermehrt auch zu Problemen.

1000caloriesdiet.com